|
Fünf
Tage für 2000 Meilen West
05 - Bilanz I
Bereits
nach den ersten vier Etappen von Stroudsburg nach Sheridan/Wyoming zeichnete
sich ab: So geht es wohl nicht. Das
lang zunächst einmal vorrangig an der Tatsache, dass alles, was das Auto und
Fahr-und Straßensystem betraf, zu frisch, zu ungewohnt und zu fremd war. Kaum
eine Situation wurde als „gewöhnlich“ erfahren. Das setzte sich außerhalb des
Autos fort, mit der Organisation von Geräten aufladen, Computer ans WLan
anschließen und selbst die Klärung, wo man zum Essen hingehen könnte und wie hinkommen
nahm Zeit in Anspruch und gestaltete sich nicht immer ganz einfach.
Immerhin
waren es über die Strecken I-80 und I-90 genau 1‘873,1 Meilen. Das entspricht einer
Autotour von Hamburg nach Rom und zurück. Bei solchen Etappen liegt das Problem
auf der Hand: Distanz frisst Zeit. Nur Landschaft vom Auto aus gesehen füllten
die Tage. Recherchen im Internet oder Besichtigung vor Ort entfielen. Das war
vorhersehbar gewesen und bewusst ignoriert worden, um zunächst einmal zügig,
große Entfernungen zu überbrücken.
Auf
der anderen Seite hat man die „Größe Amerikas“ erst dann einigermaßen erfahren,
wenn man tagelang durch die Ebenen des mittleren Westen gefahren ist. Große
Dinge lenken einen nicht ab, kleine kommen in den Blick, einzelne Häuser, die
Größe der Felder, deren Nutzung, Baumgruppen u.s.w.. Man erahnt besser, warum
die Winter so sehr kalt und die Sommer sehr warm sein können. In dieser
kontinentalen Situation überraschte es, kleinere Windfarmen zu sehen,
vermutlich bestückt mit neuester Technik und subventioniert. Sicherlich gibt es
auch windige Tage, Während diesen späten Augusttagen war es wenig. Da im
Übrigen weder Radio noch Zeitungen Einfluss auf die Gedanken hatten, ist Strecke,
Strecke und nochmals Stecke hängen geblieben.

|