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Going
West
Nach
zwei sonnigen Tagen in Stroudsburg, genutzt für Vorbereitung, geschwisterlichen
Gesprächen mit Franke, sowie Kennenlernen von Stadt, Umgebung. Dann noch schnell ein Foto von dem
Morgenhimmel vor Frankes Haustür und ab ging es auf der Interstate 80 Richtung
West. Bald zeigte sich, dass der Tempomat keine Cruise Control übernahm und
dabei blieb bis zur Rückgabe sieben Wochen später. Trotz variablen Höchstgeschwindigkeit
zwischen 70-100 km/h (ca. 45-130 Miles) kam man zügig voran und hatte viel Zeit,
das wenige was links und rechts des Highways zu sehen war, zu beschauen. Nichts
spektakuläres, wenn man die exzellent gepflegten Rasen entlang des Highways und
völlig frei von Abfall als normal einstuft. So verliefen die
nächsten fünf Tage bis Sheridan, grün, flach, geradeaus, mit komplett anderem
Panorama am sechsten Tag von Sheridan über die Big Horn Mountains, durch den
nördlichen Yellowstone Park bis Bozeman an der Route 90 (I-90) in Montana, ein
Tagespensum von rund 650 Kilometer. Die Tage zuvor ergaben bereits eine Strecke
von fast 2‘000 km.
Port
Clinton und kein Bad im Erie-See
Eine
Berührung mit den Großen Seen war ein Muss seit frühester Planung. Festlegung
der Stationen war wegen der Frage, Hotel oder Camping bis Stroudsburg
offengeblieben. Ein sehr frühzeitig für Port Clinton in Betracht gezogenes
Motel war plötzlich ausgebucht, andere zu teuer, deshalb wurde es „Motel6“ in
Amhers t, rund 75 km östlich von Port Clinton. Der zweite Tag war daher den Ufern nahe Port
Clinton gewidmet, eine Halbinsel nördlich der Sandusky Bay, die man mit dem elegant
geschwungenen Highway 2 überqueren
konnte. Dann stand Strandsuche an, zunächst nach rechts Richtung „Catawaba“. Uferstreifen gab es genug, aber
alles bebaut mit tollen Häusern und Gartenanlagen links und rechts der Straße,
manchmal aufgelockert durch einen Golfplatz oder Zugang zu einem Yachthafen für
Mitglieder. Also zurück und dort befand sich die Port Clinton City Beach direkt
nur wenige Meter entfernt von der Route 2. Trotz Sonnenschein, guten
Temperaturen war fast niemand am Strand und die wenigen Badenden mussten weit
hinaus um zu Tiefen zu gelangen, die mehr als die Knie umspülten. Mein großer Zeh am linken Fuß stand so
einem Unterfangen auf ärztliche Anweisung ohnehin entgegen. Dessen Geschichte, an die ich über die
weiteren vier Wochen immer wieder erinnert wurde, muss daher an dieser Stelle
wohl kurz erzählt werden.
Das
mit dem Zeh begann mit einem kurzen Bad an der Hafenmole in Wyk auf Föhr Ende
Juli. Irgendetwas traf den Zeh zwischen Zeh und Fuß. Ein kleiner Stich, ein
kleiner Riss, ein gelegentliches ‚Picken‘, langsam abnehmend und vor Abflug
weder sichtbar, noch ernsthaft spürbar. Doch zwölf Stunden nach Ankunft, war der
Zeh kräftig geschwollen, heiß und rot. Nur wenige Stunden später machte ich
Bekanntschaft mit der Georg Washington University, dem Emergency Center, kurz
vor Mitternacht, wurde behandelt, verbunden, sollte Antibiotika schlucken und
nicht in offenen Gewässern baden. Das galt sicherlich auch für den Erie See.
Noch weitere vier Wochen wurde Verband mit Antibiotikasalbe angelegt und
ungerne größere Fußwege zurückgelegt, weil es dann ‚pickte und zerrte‘.
Das ist die eine Seite der
Zeh-Geschichte. Die andere ist, was so eine Bekanntschaft mit „George
Washington“ kostet. Sehr überschaubar. Die Summe aus drei Rechnungen betrug
rund US$ 1‘300.-, (in Worten: one
thousand three hundred). Doch was wäre aus der Reise geworden ohne die
energische Initiative von Kyra, dem roten Zeh sofort die Stirn zu bieten.
Für Nachahmer solcher Reise
ist eine Reisekrankenversicherung dringend empfohlen und Gourmets sollten
wissen, dass going-west die kulinarische Versorgung nachlässt. In Amherst
versorgte mich die Restaurantkette „Denny’s“, die mir ein zweites Mal erst in
St. George (Station für Ausflug zum Grand Canyon/Arizona) wieder auffiel.
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