|
Route 77?
Eine Einleitung
Welchen Namen soll
man einem Reisebuch geben, das kein Reisetagebuch sein will und auch im Umfang
nur wenig über 50 Seiten betragen sollte.
Es geht um knapp
10‘000 Miles oder rund 15‘000 Kilometer durch die Vereinigten Staaten in 30
Tagen von Freitagmorgen, den 26. August bis Samstagabend, den 24. September
2016. Das Land durchkreuzende Highways
über zig-tausend Kilometer machten es möglich. Route 77 war auch mit dabei,
bereits am ersten Reisetag und völlig unbeabsichtigt. Das kam so zustande.
Die Reise beginnt und
endet in einer Kleinstadt im äußersten Osten von Pennsylvania, über Route 80
nur 75 Miles (120 km) in östliche Richtung bis zum Zentral Park von New
Yorks. In entgegengesetzter
Richtung, westwärts, begann die Reise
mit 650 km von Stroudsburg nach Amherst/Ohio, nahe Cleveland am Eriesee. Dort,
nur wenige hundert Meter von der Route 80, war das für zwei Nächte gebuchte
Motel6. Doch aus dieser bequemlichen Reiseführung wurde nichts. Schuld war das
vom Autoverleiher bereitgestellte Navigationsgerät. Circa eine Stunde vor dem
Ziel wies mich das Gerät mit einer Frauenstimme an, eine Abfahrt zu nehmen,
dann noch eine und dann noch eine und plötzlich war ich fast in Cleveland über
die von Süden nach Norden verlaufende Route 77. Nach mehrmaligem Durchatmen und
um kurven mehrere Straßenblöcke fand ich eine anderen westwärts strebenden
Highway (Route 2 & 90) der mich ins 50 Kilometer entfernte Amherst brachte.
Damit hatte ich am ersten Tage mehr Routen befahren als vorgesehen. Die Route
80 & 90 spielten in den weiteren Tagen eine große Rolle, denn sie brachten
mich bis zur Stadt Bozeman in Montana (ca. 130 km NW-lich vom Yellowstone Park)
und führten weiter bis zum Pazifik; die Route 2 war interessant für den
folgenden Tag, Sonntag, den 25. August der vorgesehen war, bei Port Clinton an den Eriesee zu kommen und
nur die Route 77 blieb eine einmalige Fahrstrecke, bis die Idee kam, das Buch
mit der Zahl 77 in Verbindung zu bringen. Erst da realisierte ich, wie es zu
einem 10 Minuten Blick in die Stadt Cleveland nach einigen Meilen auf der 77
gekommen war. Das gibt kaum einen Grund für einen Buchtitel her. Tut es auch
nicht.
 Der Grund ist nicht
strecken- sondern altersbedingt. Die Planung für die Reise begann mit der
Feststellung: Entweder jetzt oder nie mehr. ‚Nie mehr‘ war der Einschätzung
geschuldet, das Reisen im Alter nicht unbedingt leichter werden. Wenige Monate
später feierte der Autor seinen 77. Geburtstag und stellte der kleinen Schar
geladener Gäste eine Tischkarte mit der Zahl 77 auf den Tisch. Und diese
Einschätzung ist nach Abschluss der Tour mehr als berechtigt. Sie gestaltete
sich als eine permanente Herausforderung, in vielen Phasen sehr stressig, in
weiteren Phasen sehr interessant und nach heiler und unfallfreier Durchführung
sehr abenteuerlich und schön, aber für 77 jährige nicht unbedingt empfehlenswert. Da waren viele Highlights, zu hunderten, und möglicherweise doppelt so viel
‚Schwachstellen‘.
Auch die Planung für Buchtitel „Route77“
verlief nicht planmäßig. Die Eignung fürs Internet war begrenzt. So wurde
daraus „go77“ und sofort als passender geschätzt. Nun wird die Ausarbeitung
zunächst auch nur im Internet erscheinen und die Entscheidung ob es auch als „Book
on Demand“ gedruckt wird aufgeschoben.
Ohnehin, von all den vielen Beobachtungen und
Eindrücken sollen nur einige zusammenfassend festgehalten werden, zusammen mit
ein paar Karten und Bildern. Das Internet ermöglicht den Umfang zu erweitern
und über einen „vernünftigen“ Buchumfang hinauszugehen. Viel Spaß auf der 30
Tage dauernden „Route 77“.
GO77 mit einem
77-jährigem.
|